19.07.2012 von Christiane Kranz

Windkraft und Vogelschutz

NABU fordert Windkraft-Ausbau mit Augenmaß.

Der NABU befürwortet ausdrücklich den Ausbau der Windenergie, da sie die effizienteste unter den Erneuerbaren Energien ist. „Der Standort einer Windkraftanlage ist jedoch ausschlaggebend für ihre Naturverträglichkeit“, so NABU-Bezirksgeschäftsführerin Christiane Kranz. Daher ruft der NABU dazu auf, sich aktiv in den Entscheidungsprozess auf kommunaler und regionaler Ebene einzumischen. „Nur so können wir gewährleisten, dass Naturschutz und Klimaschutz beide zu ihrem Recht kommen“, erläutert Kranz.

Mit der Offenlage des Regionalplans liegen die Pläne für die Windkraft-Vorranggebiete nun auf dem Tisch und können im Internet eingesehen werden. Einige der Gebiete bereiten den Naturschützern Bauchschmerzen. Die Naturschutzverbände NABU, LNV und BUND diskutierten auf ihrer gemeinsamen Sitzung am 2.7.2012 in Mosbach die geplanten Standorte durch und verglichen sie mit den ihnen vorliegenden Kartierungsdaten windkraft-sensibler Vogel- und Fledermausarten. Insbesondere Rotmilan und Schwarzstorch sind durch Windräder stark gefährdet.

 

Zu den Gebieten, die besonders kritisch gesehen werden, zählen unter anderem das Gebiet „Reichartshauser Buckel“ in Helmstadt-Bargen, welches in weniger als 1.000m Abstand einen Rotmilan-Brutplatz aufweist, oder die Gebiete „Kinzert“ und „Lenzberg“ in Mudau, die im Lebensraum des Schwarzstorchs liegen. Zudem handelt es sich bei den Mudauer Gebieten – wie auch beim Gebiet „Hohe Warte“ in Eberbach – um bislang weitgehend ungestörte Waldgebiete, die wichtige Fledermaus-Vorkommen beherbergen. Die Flächen „Hebert“ bei Eberbach oder „Neuhof“ bei Mudau werden nach dem heutigen Stand der Dinge hingegen als geeignete Windkraft-Standorte angesehen. Für viele andere Vorranggebiete wie den „Markgrafenbuckel“ bei Waldbrunn sind vertiefende ornithologische Untersuchungen dringend angeraten, da die derzeitige Datenlage viel zu dünn ist.

 

Zusätzlich zu den geplanten Vorranggebieten im Regionalplan führen derzeit viele Gemeinden Änderungsverfahren ihres Flächennutzungsplans durch, um weitere Windkraft-Standorte ausweisen zu können. In Eberbach sind es z.B. die Gebiete „Augstel“ und „Lautenbach“, wobei es beim „Augstel“ Konflikte mit dem Schwarzstorch-Vorkommen gibt. „Lautenbach“ liegt mitten im FFH-Gebiet. Hier fordern die Vertreter des NABU Eberbach und NABU Waldbrunn eine Verschiebung des Standortes nach Süden aus dem FFH-Gebiet heraus, um mit dem Standort „Matzenberg-Engelsee“ der Gemeinde Waldbrunn eine interkommunale Konzentrationszone zu bilden.

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